
Odyssee
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Dieses Werk geht von der Monolith-Idee aus dem Film 2001: A Space Odyssey aus. Im Film ist der Monolith eine unbekannte Wissens- und Bewusstseinsquelle, die die Wendepunkte der Menschheitsgeschichte auslöst. Hier hingegen hängt der schwarze Monolith am Himmel; er repräsentiert einen Schwellenmoment, der kurz davor steht, zur Erde zu fallen.
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Im unteren Bereich deuten die farbigen und verstreuten geometrischen Formen das unwissende Wandeln des Menschen auf der Erde und den komplexen, nahezu spielerischen Rhythmus des Lebens an. Die räumliche Spannung ist zwischen diesen beiden Bereichen aufgebaut: der lärmenden Existenz unten und dem von oben herannahenden transformierenden Wissen.
Der Monolit hat den Boden noch nicht berührt. Die Veränderung ist noch nicht geschehen, aber unvermeidlich geworden. Das Werk etabliert genau die Metapher dieses schwebenden Moments, der Menschheit, die an der Schwelle der Transformation wartet.
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Diese meine Arbeiten basieren auf dem ersten perzeptuellen Eindruck, den kurze Blicke auf Objekte und Landschaften im Geist hinterlassen. Anstatt die Details der visuellen Realität zu reproduzieren, strukturiere ich die im Gedächtnis verbliebenen Silhouetten-, Proportions- und Massenbeziehungen durch eine suprematistische und geometrische Sprache; das Wissen über Proportion, Rhythmus, Komposition und räumliches Gleichgewicht aus meiner Architekturausbildung bildet das formale Rückgrat dieser Struktur. Die auf den ersten Blick abstrakt und fragmentarisch erscheinenden Formen überschneiden sich oft mit Haus-, Landschafts- oder Alltagsgegenstandssilhouetten mit dem primitiven visuellen Gedächtnis des Betrachters und etablieren einen unbemerkt wirkenden Bewusstseinsstrom; dass die unteren Schichten Boden und Pflanzendecke, die oberen Schichten hingegen Himmel und Atmosphäre evozieren, unterstützt diese intuitive Lesart. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Betrachter, auf bewusster oder unbewusster Ebene eine unwillkürliche Verbindung mit dem Werk einzugehen und schafft beim ersten Blick perzeptuellen Kontakt. Daher sollten diese Bilder nicht nur als ästhetische Abstraktionen, sondern als interdisziplinäre plastische Denkräume betrachtet werden, die die Beziehung zwischen Wahrnehmung, Gedächtnis und Form erforschen.