Der 1993 geborene Berjeh Üner ist ein interdisziplinärer Künstler, der sich mit den Spuren des Alltags, der Konsumkultur, der Erinnerung und der Transformation beschäftigt. In seiner künstlerischen Praxis behandelt er organische Abfälle und nach dem Gebrauch zurückbleibende Materialien als Träger von Erinnerungen. Indem er scheinbar gewöhnliche Materialien wie Kaffeesatz, Eierschalen, Granatapfelschalen, Fischhaut und Ähnliches transformiert, schafft er neue Erzählungen, in denen sich persönliche Erfahrung und kollektives Gedächtnis kreuzen.
Seine Arbeiten, die sich zwischen Malerei, Collage, digitaler Produktion, Epoxidanwendungen und ortsspezifischen Installationen bewegen, hinterfragen die Beziehung zwischen Vergänglichkeit und Dauerhaftigkeit. Üner zielt darauf ab, die unsichtbaren Geschichten, die oft als wertlos betrachtete Objekte in sich tragen, sichtbar zu machen und den Betrachter erneut mit den übersehenen Schichten des Alltags zu konfrontieren.
In seiner künstlerischen Praxis ist das Material nicht nur ein Werkzeug, sondern ein Zeuge des Gelebten. Jede Produktion verwandelt sich in ein Forschungsfeld, das die Spuren von Zeit, Erinnerung und Transformation dokumentiert und neue Bedeutungsbeziehungen zwischen Objekten und Menschen herstellt.