




Anmaßende Unschuld
TR
moderne Ikone
$ 2,000
mehmet pirhan avşaroğlu' Mehr von
ANSPRUCHSVOLLE UNSCHULD
In dieser Serie repräsentieren die Figuren keine bestimmte Person; sie repräsentieren verschiedene Gemütszustände und Identitätsschichten von Charakteren, die im Geist des Künstlers entstanden sind. Jede Figur ist als ein Porträt konzipiert, das die Spannung zwischen der inneren Welt des Individuums und dem Bild, das es der Außenwelt präsentiert, sichtbar macht.
Was die verwendeten Figuren ausdrücken wollen, ist die Person, die man sein möchte, die Person, die man ist, die verborgene innere Welt und die Person, die sie uns im täglichen Leben zeigt.
Die in der Serie verwendete bronzegoldene Aura trägt eine Referenz, die an die Lichthöfe in der byzantinischen Ikonographie erinnert. Hier ist die Aura jedoch weniger als Repräsentation von Heiligkeit gedacht, sondern vielmehr als eine Schicht, die den Gemütszustand und den psychologischen Bereich der Figur sichtbar macht. Die Ordnung oder Fragmentierung der Linien in der Aura weist auf die innere Welt der Figur hin. Figuren mit einer ordentlicheren Aura repräsentieren die Zustände, in denen das Individuum sich selbst sieht oder gesehen werden möchte, während bei Figuren mit einer zerstreuteren Aura die Bewegung des Gemütszustands und innere Schwankungen hervortreten.
Die Haltung der Figuren ist ebenfalls eine bewusste Wahl. Anstelle von entspannten und alltäglichen Posen wurde eine deutlichere und kontrolliertere Körpersprache verwendet. Diese Haltung impliziert das Dasein der Figur vor dem Betrachter und ihr Sich-Zeigen. Die Kleidung ist ein wichtiger Teil dieser Erzählung. Der Künstler nimmt bei der Gestaltung der Kostüme seiner Figuren Referenzen aus der Modewelt; diese Entscheidungen werden jedoch nicht nur getroffen, um einen ästhetischen Stil zu schaffen, sondern um einen intellektuellen Hintergrund zu etablieren. Mode wird hier weniger zu einem vorübergehenden Trend als vielmehr zu einer Sprache, die die Identität der Figur und ihre Art der Selbstpräsentation trägt.
Die Clownsnase und die große Brille der Figuren in der Serie werden nicht als ästhetische Erleichterung, sondern als bewusste Erschwernis verwendet. Diese Elemente sind Details, die normalerweise die Eleganz und den Ausdruck eines Gesichts verbergen könnten. Der Künstler bevorzugt es jedoch, die Figur gerade inmitten dieser Hindernisse zu konstruieren.
Das Ziel ist es, die Figur nicht über eine perfekte Schönheit, sondern trotz dieser Eingriffe als eine beeindruckende und starke Präsenz darzustellen. So bezieht die Figur ihre ästhetische Wirkung nicht aus Verzierungen, sondern aus ihrem Blick und ihrer Haltung.
Diese kleinen Eingriffe schaffen gleichzeitig eine ironische Spannung im Bild. Die kontrollierte Welt der Modeästhetik und die Verspieltheit des Clowns treffen auf demselben Gesicht zusammen. Die Figur bewahrt inmitten dieser Gegensätze sowohl ihren Reiz als auch eine direkte Beziehung zum Betrachter.