Bektaschi und Orthodoxe Philosophen über Theologie und Esoterische Texte

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Acrylstift auf Papier
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Neuschreibung des visuellen Gedächtnisses In dieser Serie nimmt Ekim Mağden klassische Kompositionen, die sich im kollektiven Gedächtnis der westlichen Malereigechichte verankert haben, durch eine zeitgenössische Zeichen- und Markierungssprache erneut in den Blick. Diese Bilder, die von religiösen Erzählungen bis hin zu alltäglichen und säkularen Szenen reichen, werden aus ihrer Rolle als fixierte und kanonisierte Repräsentationen der Kunstgeschichte herausgelöst, neu gezeichnet, aufgebrochen und verwandelt. Der direkte, schnelle und körperliche Charakter des Acryl-Paint-Markers und des Tag-Stifts erzeugt einen bewussten Kontrast zur kontrollierten Kompositionsweise der klassischen Malerei. An die Stelle feiner malerischer Nuancen treten spontane Linien, Wiederholungen, Schichten und intensive Farbbewegungen. So werden die Bilder der Vergangenheit nicht bloß kopiert, sondern durch die visuelle Sprache der Gegenwart hindurchgeführt und neu erfahren. Für Mağden ist die Kunstgeschichte keine abgeschlossene Vergangenheit, sondern ein visuelles Archiv, das kontinuierlich reaktiviert werden kann. Die Bilder der klassischen Meister fungieren hier nicht nur als „Referenzen", sondern verwandeln sich in Begegnungsräume zwischen zeitgenössischem Bewusstsein und historischem Gedächtnis. Besonders in der religiösen Ikonografie verschwimmen die Grenzen zwischen dem Heiligen und dem Alltäglichen, zwischen Glaube und Repräsentation, zwischen individueller Wahrnehmung und kollektivem Gedächtnis. In diesem Prozess der Neuproduktion bricht der Künstler zwar die Autorität des klassischen Werkes, vernichtet es jedoch nicht. Stattdessen fügt er eine neue visuelle Schicht darüber hinzu. Das ursprüngliche Bild und der Eingriff des Künstlers koexistieren auf derselben Oberfläche. Daher können die Werke wie zeitgenössische Palimpseste gelesen werden, die auf der Vergangenheit aufgebaut sind. Der Kern der Serie liegt in dem Ansatz des Transformierens und Neu-Kontextualisierens, der sich durch die verschiedenen Bereiche von Mağdens Praxis zieht. Der Künstler, der zuvor Abfallobjekte, persönliche Erinnerungen und alltägliche Materialien in neuen Kontexten zusammengeführt hat, wendet dieselbe Methode hier auf die Kunstgeschichte selbst an. Diesmal ist das transformierte Material kein physischer Abfall, sondern ein kulturelles Bild. Letztlich entsteht ein hybrides visuelles Feld zwischen klassischer Malerei, zeitgenössischem Graffiti und persönlicher Geste. Die vertrauten Bilder behalten ihre Erkennbarkeit und werden gleichzeitig verfremdet. Diese Verfremdung lädt den Betrachter ein, dem Werk nicht nur mit der Frage „Auf welches klassische Gemälde verweist es?" zu begegnen, sondern auch mit der Frage „Wie wirkt dieses Bild heute in meiner Wahrnehmung neu?" In diesem Sinne ist die Serie weniger ein Versuch, die Kunstgeschichte neu zu produzieren, als vielmehr ein Versuch, einen neuen Berührungspunkt zwischen ihr und dem visuellen Bewusstsein der Gegenwart herzustellen.

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